Herbstcamp 2008 – Ein ein-, nein drei-maliges Erlebnis, jedes Jahr aufs Neue! (von Dennis und Marie)

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Wir schreiben Samstag, den 04.Oktober 2008. Aus ganz Hessen strömten ca. dreißig Kinder und Jugendliche im Alter von 12 - 16 Jahren in das kleine Dorf Münchhausen bei Marburg. Noch genauer gesagt trafen wir uns auf dem Ochsenberg. Dort ist nämlich das CVJM-Camp, wo wie jedes Jahr um diese Zeit das Herbstcamp stattfindet. Eine Woche lang wollten wir unter dem diesjährigen Motto „stürmisch“ zusammen mit den Mitarbeitern eine schöne Zeit verbringen und viel über das Mitarbeitersein lernen.
Nachdem schnell die alten Bekanntschaften aus dem letzten Jahr aufgefrischt und die Zimmereinteilung beendet wurde, begann der erste Unterrichtsblock des HC 08. Gegen 17.15Uhr war der Unterricht beendet und wir hatten noch eine Dreiviertelstunde, um uns bis zum Abendessen die Zeit mit Fußball, Rugby oder einfach mal Garnichts tun zu vertreiben. <!-- break --> Anschließend trafen wir uns zum großen Begrüßungs-Abend, der eigentlich zum wichtigsten Teil gehört. Wer zum Beispiel an diesem Abend nicht dabei ist, weil er vielleicht erst einen Tag später kommen kann, lernt die Namen schlechter und fühlt sich auch vielleicht nicht richtig in die Gruppe miteinbezogen.
Die nächsten Tage vergingen eigentlich (dank dem geregelten Tagesablauf) wie im Fluge. Morgens um 7.00Uhr wecken, anschließend um 8.00Uhr Frühstück, davor noch etwas Frühsport. Und da sich das Gelände und die Gebäude nicht selber reinigen, wurde nach dem Essen jedem Zimmer ein Revier (Hof kehren, Holzhäuser fegen, Herren WC schrubben, Damen WC putzen und Mehrzweckhalle aufräumen und säubern) zugewiesen.
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Schließlich hatten wir noch kurz Zeit unser Zimmer aufzuräumen, denn während der Bibelarbeit ist gewöhnlich die sogenannte Fengshui-Zeit. Das heißt, dass die Zimmer auf Sauberkeit, Staub und Ordnung untersucht wurden und die Ergebnisse sogar in einer Tabelle festgehalten werden, damit die Zimmerbewohner auch wissen, woran sie arbeiten könnten. Und schon war er wieder da, dieser Ehrgeiz, dass das eigene Zimmer immer ein Tick besser ist, als die anderen. Deshalb sind wir auch immer sofort nach der Bibelarbeit in unsere Zimmer gerannt, um zusehen, wie unser Zimmer bewertet wurde. Kurz danach mussten wir aber schon den ersten Unterrichtsblock des Tages antreten und die Wege der Anfänger, Fortis und Seniors trennten sich, da jede Gruppe ihre eigene Unterrichtseinheit hat.
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Nachdem wir vor dem Mittagessen knapp eineinhalb Stunden in den verschiedensten Einheiten z.B. Pflanzenkunde, Karte/Kompass, Bibelkunde, Knotenkunde oder Notunterkünfte unterrichtet wurden, zauberte Petra („Die Superköchin“) für uns jeden Tag ein leckeres Mittagessen. Die im hauseigenen Dampfbackofen gekochten oder eher „gedampften“ Gerichte, sahen zwar manchmal etwas matschig aus, schmeckten aber spitzenmäßig und so wurde von Mitarbeitern und Teilnehmern immer kräftig zugelangt. Nach dem täglichen Mahl stand erstmal eine große Mittagspause für alle an, bevor es dann mit dem zweiten Unterrichtsblock und dem restlichen Tagesablauf weiterging. Diese Zeit nutzten viele von uns, um in die Stadt zu gehen oder sich mit anderen beim Fußball, Jonglage oder ähnlichem auszutoben, andere aber zogen sich einfach mal auf ihr Zimmer zurück und genossen die Ruhe.

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Im zweiten Unterrichtsblock wurde es spanned, die vorher gelernte Theorie wurde in die Praxis umgesetzt und so gab es zum Beispiel Feuerstellen (mit dem Braten eines kompletten Fisches), eine Seilbrücke mit den gelernten Knoten und Erkundungen des umliegenden Waldes mit zahlreichen Tipps, was man dort so alles sieht, hört, riecht, schmeckt und erleben kann. Nach jedem schönen Tag gab es dann verschiedene Abendprogramme. Mal gestaltet von den Mitarbeitern, aber auch geplant und durchgeführt von den Fortis (großer Spieleabend) und den Seniors (Nachtgeländespiel im Wald). Die Bibelarbeit, die sich fünf Tage lang um Jona drehte, wurde dann am Freitag mit einem krönenden Abschluss beendet, ein Gottesdienst, gestaltet von den Seniors. Mit Applaus genossen sie ihr vollbrachtes Werk und so merkte eigentlich niemand wirklich, dass sich die Woche langsam dem Ende entgegen neigte.
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Wie in jedem Jahr gab es auch den phänomenalen „letzten Abend“, der dieses Jahr mit einem Mafiaspiel verbunden wurde. Und „La Mamma“ (Petra) hat zum letzten Mal das Abendbrot serviert. Statt dem gewöhnlichen Brot mit Wurst oder Käse gab es zur großen Überraschung Pizza und Spaghetti à la Bolognese. Etwa gegen 10.30Uhr beendet eine der sechs Gruppen mit dem Sieg das Spiel und ein letztes Mal saßen wir gemeinsam zur Abendandacht in der Halle.

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Anschließend verzogen sich alle auf ihren Zimmer und die Nachtwache, darunter auch ich (Dennis), trat ihren Dienst an. So langsam kehrte Ruhe ein im CVJM-Camp und das Feuer, an dem wir, also die Nachtwache sich wärmte knisterte. (… ;-) …Anm. der Redaktion…)

Am nächsten morgen lagen wir schon wach in den Betten, bevor wir eigentlich geweckt werden sollten. Denn wir dachten, dass wir, wie in den Tagen zuvor, mit ohrenbetäubendem Lärm vom Kochlöffel-auf-den-Kochtopf-schlagen aus dem Bett geschmissen werden. Dies trat aber gar nicht erst ein, denn Alina, die netteste Mitarbeiter aus Schwalmstadt, kam leise in jedes Zimmer, öffnete das Fenster und fing an zu singen.

Schöner hätte das letzte Wecken gar nicht sein können. Sofort nachdem sie ihr kleines Ständchen fertig gesungen hatte, machten wir uns fertig, um noch ein letztes Mal Frühsport zu machen. Anschließend joggten wir gemütlich und ohne Anstrengung in die Frühstückshalle und nahmen unser wohl verdientes Frühstück ein. Danach hatten wir Zeit unsere Sachen zu packen und die Zimmer in Ordnung zu bringen.

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Anschließend wurde noch schnell eingeteilt, welche Teilis in welchem Haus aufräumen und welche Plätze sie säubern, damit wir mit voller Kraft das Camp auf Hochglanz bringen. Schließlich soll es so hinterlassen werden, wie wir es aufgefunden haben – sauber und ordentlich! Die meisten von ihnen meldeten sich sogar freiwillig. Auch das Aufräumen hatten wir schnell abgeschlossen. Nach und nach versammelten sich alle in der großen Halle, in der wir kurz noch etwas gesungen haben. Bevor dann Zeit zum Mittagessen war, startete Petra das Postkartenprogramm. Das bedeutet, dass jeder eine weiße Postkarte bekam, auf die man seine Adresse schreiben sollte! Dann wurden die Karten im Kreis weitergegeben und jeder hatte die Möglichkeit, bei allen etwas auf die Karte zu schreiben.
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Dann aber war Essenszeit und Petra tischte alles auf, was die Woche über übrig geblieben ist. Ungefähr einen halben Topf Spaghetti und eine Schüssel Pudding später, als alle mit essen fertig waren, machten wir uns ein letztes Mal auf den Weg in den Wald. Auf der großen Wegkreuzung, über die wir diese Woche bestimmt mehr als dutzend mal spaziert sind, stellten wir uns in einem Kreis auf und die Erwartungen, die die Teilnehmer am Anfang der Woche auf Zetteln notiert haben, wurden vorgelesen und haben sich in den meisten Fällen bestätigt. Eine halbe Stunde später machten sich alle wieder auf den Rückweg. Nur die Seniors blieben noch auf der Kreuzung stehen und haben ein paar warme Worte der Mitarbeiter mit auf den Weg bekommen!
Wieder im Camp angekommen warteten schon die Eltern auf uns. Und mit ihnen zusammen setzten wir uns in die große Halle, wo wir dann unsere Urkunden bekommen haben. Zum Verabschieden bildeten wir einen großen Kreis auf der Camp-Wiese.
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Dort sprach ein Mitarbeiter die letzten Worte und das große „Tschüss-Sagen“ begann. Wenn man in die Gesichter der Teilis schaute konnte man ein lachendes und ein weinendes Auge sehen. Das weinende, weil wir Abschied nehmen mussten und das lachende, weil wir wissen dass sich zumindest die jetzigen Anfänger und Fortis im nächsten Jahr wiedersehen. Die Seniors müssen aber ein sogenanntes Trauerjahr aussetzen und können zwei Jahre später als Schatten (eine Art Praktikant) mitfahren. Als letztes machten wir noch ein Gruppenbild mit allen Mitarbeitern und Teilis und dann trennten sich unsere Wege. Ein großer Teil fuhr schon nach Hause, der Rest wartete noch darauf, abgeholt zu werden und alle wünschten sich, dass das Jahr bis zu HC09 schnell vorbei geht.

© von Marie (Forti) und Dennis (Senior). Zwei Teilnehmer, die das HC08 hautnah miterleben durften!